Berlin, 4. Juli 2007
Schriftliches Grußwort zur ersten bundesweiten Konferenz von Vereinen
russischsprachiger Einwanderer am 6./7. Juli in Nürnberg


Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie sind hier in Nürnberg zusammengekommen, um zum ersten Mal eine bundesweite
Konferenz von Vereinen russischsprachiger Einwanderer in Deutschland abzuhalten.

Mir als migrationspolitischem Sprecher der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen
liegt Ihr Anliegen des Vermittelns zwischen alter und neuer Heimat russischsprachiger
Migranten ebenfalls sehr am Herzen und ich freue mich, Ihnen namens der
Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen die besten Wünsche übermitteln zu dürfen.


Zuwanderung ist eine Bereicherung für unser Land. Viele Migrantinnen und Migranten, die
zum Teil seit Jahrzehnten in Deutschland leben, prägen das wissenschaftliche, intellektuelle
und künstlerische Leben mit. Ich selbst bin ja auch Mitglied eines Künstlervereines in meiner
Heimatstadt Bad Ems. In diesem widmen wir uns der Förderung junger Künstler. Letztes
Jahr haben wir zum ersten Mal einen Kunstpreis verliehen und uns entschieden, diesen
ersten Preis an einen jungen russischen Künstler – Misha Le Jen aus Saratov – zu verleihen.
Die Entscheidung, den Preis gerade an einen russischen Künstler zu verleihen, liegt in der
engen Verbundenheit von Bad Ems mit Rußland. So wohnen heute zahlreiche russische
Einwanderer in der Stadt. Auch eine florierende Russisch-Orthodoxe Gemeinde feiert
regelmäßig Gottesdienste in der Kirche zur Hl. Alexandra, die Goldene Kuppel der Kirche
prägt das Stadtbild meiner Heimatstadt entscheidend mit. Ganz so wie zu Zeiten des
Zarenreiches, als der Zar und viele Adlige, Künstler und Schriftsteller wie Dostojewski und
Gogol, Turgenew und Aksakov ganz selbstverständlich in Bad Ems kurten. Im September
findet in meiner Region auch ein deutsch-russisches Künstlerfestival mit dem Namen „die
Russen kommen“ statt. Das Programm ist unter www.die-russen-kommen.com nachzulesen.

Diese Beispiele für den kulturellen Austausch zwischen Deutschen und russischen
Einwanderern illustriert, wie vielfältig die Beziehungen sind.
Wie schon der ehemalige Deutsche Bundespräsident Prof. Dr. Roman Herzog sagte:
“Europa braucht die russische Seele!“
Ich hoffe, daß Ihre erste bundesweite Konferenz von Vereinen russischsprachiger
Einwanderer ein großer Erfolg wird und in diesem Sinne wünsche ich Ihnen auch weiterhin
viel Erfolg und Freude bei Ihrem Engagement.

Ihr Josef Winkler
Mitglied des deutschen Bundestags
Русский
Немецкий
© 2007