Hausaufgaben für Samstag und Sonntag

 

Am 3. Oktober 2008 fand in Nürnberg die Präsentation und Eröffnung des neuen Projektes der „Russisch-Deutsches Kulturzentrum“ Schule – Lyzeum „Perspektiva“ statt.

Heute ist das RDK ein einzigartiger und zugleich der größte Verein der Nebenbildung für Kinder, und das nicht nur in Nürnberg, sondern in ganz Deutschland.

 

 

Das Kulturzentrum bietet russischsprachigen Familien eine Basis, ob in intellektueller, emotionaler, sprachlicher oder künstlerischer Sicht. Jede Woche finden 126 Kursen statt, welche von mehr als 1000 Kindern besucht werden. Das RDK bietet durch die vielen Fachkräfte eine große Bandbreite an Kursen an, darunter befinden sich: Schulvorbereitung, Club „Logik und Mathematik“, Malkurse mit Mama, Gespräche über Kunst, Sport für kleine Kinder, Selbstverteidigungskurse für Kinder, Puppentheater „Teremok“ und „Konfetti“, Konzentrations- und Gedächtnistraining, Nachhilfe in verschiedenen Fächer, Kunsterziehung, kleine Schriftsteller, Psychotraining für Jugendlichen, Volkstanzgruppe „Kalinka“, tänzerisches Aerobic,  russische Sprachekurse und viel mehr. In seiner Struktur ähnelt das Kulturzentrum keiner der heutzutage gewöhnlichen Bildungseinrichtungen. Neben der Bildung stehen weitere wichtige Aspekte im Vordergrund, diese machen das RDK auch zu einem besonderen Ort, da man sich sowohl Erholen als auch Austauschen kann und auch jede Woche ein paar neue Leute kennen lernen kann. Zudem bietet das RDK auch eine Vielzahl von Veranstaltungen an die regelmäßig in kürzester Zeit ausverkauft sind. Diese Veranstaltungen sind auch dazu da die alten russischen Traditionen der jüngeren Generation weiterzugeben.

Das RDK wurde vor 10 Jahren gegründet und hat seit diesem Zeitpunkt all seine Kurse im Kulturladen Röthenbach veranstaltet. Da die Nachfrage nach neuen Kursen immer größer wurde, ist im Laufe der Zeit immer mehr Platz benötigt worden, sodass der Traum von einem eigenen Gebäude immer weiter wuchs. Aufgrund seiner vielen erfolgreichen Integrationsprojekte hatte das RDK das Vertrauen nicht nur bei den Besuchern gewonnen, sondern auch bei zahlreichen Führungspersönlichkeiten der Stadt Nürnberg. Nach einer Bitte der Vorstandsvorsitzenden Irina Fixel wurde dem RDK im Herbst 2007 der an den Kulturladen Röthenbach angrenzende Pavillon, der lange Zeit die Private Volksschule der Republik Griechenland in Nürnberg beherbergte. Zur allgemeinen Enttäuschung  war das Gebäude baufällig und ein Sanierungsplan der Stadt Nürnberg war nicht geplant, so musste alle Kosten vom RDK getragen werden. Nach einer Versammlung, in der von Eltern und Kursleitern beschlossen wurde, dass die Sanierung aus eigener Hand geschehen soll, wurde Anfang des Jahres 2008 mit der Sanierung begonnen. Durch die vielen Freiwilligen Helfer wurden die Kosten von 350000 Euro auf 80000 Euro gesenkt.

Neben den vielen Eltern und Mitarbeitern, waren auch viele bedeutende Spender an der Sanierung beteiligt. Darunter waren Herr Birk und Herr Hausmann, die sich bei der Sanierung des Daches und des Bodens beteiligten, Herr Schmelzer, der eine Vielzahl von Einrichtungsgegenständen zur Verfügung gestellt hat, die Firma KarstadtQuelle, die alle Kosten für den Kinderspielplatz getragen hat, die Organisation „Integration durch Sport“, welche neue Sportgeräte bereitgestellt hat, und der Konsul der Russischen Föderation Herr Knauf, der das Geld für die Gestaltung eines Computerraumes gespendet hat.

 

Das Ergebnis all dieser Bemühungen war die Verwirklichung des lang ersehnten Traumes ein eigenes Gebäude zu haben, welches für die vielen neuen Projekte des RDK genutzt wird. Eines dieser Projekte war die Samstagsschule.

 

Doch was ist die Samstagsschule?

Die Samstagsschule ist eine Verbindung von traditionellen pädagogischen Methoden und neuen Arbeitsmethoden. Sie ist sowohl Vorbereitung zur Schule als auch Nachhilfe für Schüler. Sie ist aus verschiedenen Bildungsmodulen entstanden, die sowohl von Kindern als auch Lehrern erstellt wurden. Viele Dinge unterscheiden diese Samstagsschule von einer gewöhnlichen, so haben die einzelnen Klassen Namen, wie z.B. Birke, Sonne, Welle und Sterne. Zudem ändern sich jeden Samstag die Unterrichte, so dass keine Monotonie und Langeweile aufkommt. Unveränderlich sind nur der Sportunterricht und das Frühstück, das aus viel Obst und Gemüse besteht. Weitere wichtige Aspekte der Schule sind die bewusste Förderung der Gesundheit, durch richtige Ernährung und Pausen mit viel Bewegung an der frischen Luft. Dies ist besonders in der heutigen Zeit wichtig, da immer mehr Kinder ihre Freizeit vor dem Computer oder dem Fernseher verbringen und sich dabei noch ungesund ernähren.

 

 

Das Ziel der Schule „Lyzeum“ ist es die russische Sprache nicht nur zu lehren, sondern diese auch zu erhalten. Viele Kinder mit russischer Herkunft können kaum noch reden, geschweige den lesen oder schreiben. Den Lehrern stehen also schwere Zeiten bevor, sie sollen den Kindern neben der Sprache auch russische Literatur, Kunst und Tradition beibringen. Für diese schwere Aufgabe sind die Lehrkräfte dank ihrer guten Qualifikationen gewappnet.

 

 

 

 

Zur feierlichen Eröffnung, welche am 03. Oktober 2008 stattfand, hatten sich 60 Kinder zur Schule angemeldet und jedes von ihnen bekam eine Urkunde und ein Abzeichen. An diesem Tag wurden die vielen angebotenen Aktionen rege genutzt, man hatte die Möglichkeit sich die neuen Räume anzuschauen und sich einen Eindruck von der Schule und seinen Methoden zu machen. Neben vielen Kindern und Eltern waren auch bedeutende Persönlichkeiten anwesend. Darunter waren der bayrische Kulturminister Karl Freller, aus dem Stadtrat Klilan Sendner sowie OB-Kandidat Dr. Klemens Gsell. Ohne die Hilfe dieser wichtigen Personen wäre der Traum niemals realisierbar gewesen.

 

 

 

 

Mit den Worten, „Wir alle sind die Brücke der Kultur, Bildung und Geschichte zwischen unsere zwei Heimaten, Russland und Deutschland“, betonte Irina Fixel die Bedeutung des Projektes.

In diesem Sinne wünschen wir diesem neuen Projekt alles Gute und eine erfolgreiche Zukunft!

 

 

 

 

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